Union-Frauen in Neuruppin: Fünf Neuzugänge im Kader
Die Frauen des 1. FC Union Berlin bereiten sich in Neuruppin mit fünf Neuzugängen auf die zweite Bundesliga-Saison vor, müssen jedoch auf acht verletzte Spielerinnen verzichten
Berlin (dpa/bb) - Die Frauen des 1. FC Union Berlin setzen ihre Vorbereitung auf die zweite Bundesliga-Saison im Trainingslager in Neuruppin fort. Das Team trainiert im Volksparkstadion des ortsansässigen Brandenburgligisten MSV Neuruppin und ist im Vier-Sterne-Hotel Resort Mark Brandenburg am Ruppiner See untergebracht. Trainerin Marie-Louise Eta zeigte sich von den Bedingungen, die hier auch schon die Union-Männer und die kroatische Nationalelf nutzten, angetan. „Wir sind hier sehr gut aufgehoben“, sagte die Coachin, die seit Montag mit ihrem Kader vor Ort ist.
Eta, die in der Schlussphase der vergangenen Saison kurzzeitig für die Bundesliga-Männer des Vereins verantwortlich war, ist damit die erste Frau, die in der Geschichte der Bundesliga eine Männermannschaft betreute, bevor sie nun die Profifrauen führt. Sie blickt auf eine erfolgreiche Vorgangszeit zurück: Die Union-Frauen stiegen 2025 als Zweitliga-Meister mit einem Zuschauerrekord von über 20.000 Zuschauern in die höchste Spielklasse auf und schafften 2026 erstmals den Klassenerhalt. Seitdem zählen ihre Heimspiele im Stadion An der Alten Försterei zu den meistbesuchten Frauenfußballpartien in Europa.
Fünf Neuzugänge und verletzungsbedingte Ausfälle
Zufrieden ist die Trainerin auch mit dem Stand der Vorbereitung. „Wir sind seit ein paar Wochen dabei und haben die ersten Testspiele absolviert. Es kann noch nicht alles funktionieren. Aber ich habe das Gefühl, dass die Neuzugänge schon sehr gut integriert sind. Es sind gute Charaktere dabei“, erklärte Eta. Im Kader befinden sich alle fünf Neuverpflichtungen für die Saison 2026/27, die von Top-Clubs kommen: Torfrau Nelly Smolarczyk (ehemals VfL Wolfsburg), die Abwehrspielerinnen Jella Veit (Eintracht Frankfurt) und Jill Janssens (TSG Hoffenheim), Mittelfeldspielerin Lisanne Gräwe (Eintracht Frankfurt) sowie Angreiferin Leela Egli (SC Freiburg).
Gleichzeitig muss das Team jedoch auf mehrere wichtige Kräfte verzichten. Aktuell sind acht Spielerinnen verletzt und können nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Zu den Ausfällen zählen die Torhüterin Cara Bösl sowie Nationalspielerin Dina Orschmann. Zusätzlich fehlen Anna Aehling, Hannah Eurlings, Mariann Noack, Judith Steinert, Korina Janez und Tanja Pawollek. Diese Ausfälle stellen eine Herausforderung für die taktische Feinabstimmung vor dem Saisonstart dar.
Ligaauftakt gegen den Rekordmeister
Das nächste Testspiel steht am Samstag um 15.00 Uhr in Neuruppin gegen den Liga-Konkurrenten Hamburger SV auf dem Programm. Anschließend kehrt das Team am Sonntag nach Berlin zurück. Bis zum Ligaauftakt am 21. August gegen den amtierenden Meister und Pokalsieger FC Bayern München bleiben noch vier Wochen Zeit. Der Start gegen den deutschen Rekordmeister wird als eine der ersten großen Bewährungsproben für die Berlinerinnen gelten.
Hinsichtlich des Saisonziels peilen die Union-Frauen eine deutliche Verbesserung des neunten Platzes der Vorsaison an. Es soll dabei nicht nur um Punkte, sondern auch um die eigene Spielweise gehen. „Ich bin bekannt für mutigen und offensiven Fußball“, betonte Eta ihre Philosophie. Die Mannschaft will in der zweiten Bundesliga-Saison zeigen, dass sie nicht nur die Klasse halten, sondern sich nach oben kämpfen kann.