Staatsminister Robra fordert Fortsetzung von Polizeiruf 110 und Tatort trotz MDR-Pause
Staatsminister Rainer Robra fordert vom Mitteldeutschen Rundfunk die Fortsetzung der Krimireihen „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg und „Tatort“ aus Dresden, nachdem der Sender eine Produktionspause angekündigt hat. Der sachsen-anhaltische Minister unterstützt damit den Appell von Schauspielerin Claudia Michelsen sowie den Oberbürgermeistern beider Städte, die Sorge um die Sichtbarkeit mitteldeutscher Perspektiven im Ersten äußern. Robra betont, dass die Menschen in Mitteldeutschland durch ihre Rundfunkbeiträge das Gemeinschaftsprogramm finanzieren und sich darin wiederfinden müssen.
Staatsminister Rainer Robra hat sich deutlich hinter den Appell von Schauspielerin Claudia Michelsen sowie den Oberbürgermeistern von Magdeburg und Dresden gestellt. Alle fordern die Fortsetzung der erfolgreichen Krimiformate „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg und „Tatort“ aus Dresden. Hintergrund ist die Entscheidung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), die Produktion neuer Folgen dieser Reihen vorerst auszusetzen.
Pause für die Krimis
Der MDR hat angekündigt, die Produktion für die kommenden Jahre einzustellen. Diese Entscheidung trifft die Region besonders, da bereits zuvor Krimireihen aus Halle und Weimar eingestellt wurden. Die Sorge wächst, dass damit ostdeutsche Perspektiven im Fernsehen weiter verloren gehen. Der Magdeburger „Polizeiruf 110“ und der Dresdner „Tatort“ werden traditionell sonntagabends in der Hauptsendezeit im Ersten ausgestrahlt und tragen maßgeblich dazu bei, die mitteldeutsche Lebenswirklichkeit einem bundesweiten Publikum zu zeigen.
Robra: Beitragszahler müssen sich wiederfinden
Robra betont in seiner Stellungnahme, dass auch die Menschen in Mitteldeutschland das Erste mit ihren Rundfunkbeiträgen finanzieren. Ihre Lebenswirklichkeit sei im Gemeinschaftsprogramm bislang nur begrenzt sichtbar. „Der MDR sollte deshalb weiterhin dazu beitragen, dass mitteldeutsche Geschichten und Perspektiven im Gemeinschaftsprogramm präsent bleiben“, so der Staatsminister. Nur wenn sich die Menschen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wiederfinden, werde dessen Akzeptanz langfristig gestärkt. Die Fortsetzung der beiden Serien wäre aus seiner Sicht ein wichtiges Signal.
Claudia Michelsen kritisiert die Entscheidung
Die gebürtige Dresdnerin Claudia Michelsen verkörpert seit 2013 die Kommissarin Doreen Brasch im Magdeburger „Polizeiruf 110“. Die Reihe hat sich in dieser Zeit zu einem wichtigen Aushängeschild des Senders entwickelt. Michelsen bezeichnet die angekündigte Pause als „fatale Entscheidung“ und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Sender.
Finanzen und Programmauftrag
Für die Erfüllung seines Auftrags steht dem MDR jährlich mehr als 700 Millionen Euro aus Rundfunkbeiträgen zur Verfügung. Der Sender steht vor finanziellen Herausforderungen, die zu den aktuellen Sparmaßnahmen und der Pause geführt haben könnten.
Obwohl der MDR im Rahmen der verfassungsrechtlich garantierten Rundfunkfreiheit eigenständig über die Programmgestaltung entscheidet, mahnt Robra an, dass der Sender die Interessen seiner Beitragszahlerinnen und Beitragszahler berücksichtigen sollte. Seine Position als langjähriger Chef der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und seit 2016 zusätzlich Minister für Kultur unterstreicht die politische Bedeutung der Forderung nach einer regionalen Repräsentation im Fernsehen.