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Sachsen-Anhalt verzeichnet zum zwölften Mal einen Wanderungsgewinn trotz deutlichen Rückgangs

Sachsen-Anhalt verzeichnete im vergangenen Jahr zum zwölften Mal in Folge einen Wanderungsgewinn, der jedoch mit 7.918 Personen deutlich unter den Vorjahreswerten liegt. Während 62.230 Menschen in das Bundesland zogen, verließen 54.312 Personen die Region wieder. Besonders der Landkreis Harz profitierte von der zentralen Asylbewerberaufnahme in Halberstadt und erzielte den höchsten regionalen Gewinn, während die Ukraine weiterhin die wichtigste Quelle für Zuwanderer aus dem Ausland bleibt.

Sachsen-Anhalt verzeichnete im vergangenen Jahr zum zwölften Mal in Folge einen Wanderungsgewinn, der jedoch im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückging. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, zogen im Jahresverlauf 62.230 Personen aus anderen Bundesländern und dem Ausland in das Bundesland, während gleichzeitig 54.312 Menschen das Land wieder verließen. Der daraus resultierende Wanderungssaldo belief sich auf 7.918 Personen. Dieser Wert markiert einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2022, als noch 40.357 Personen mehr zu- als fortzogen, und liegt auch unter dem Niveau des Vorjahres, das bei 12.882 Personen lag.

Rückläufige Tendenz und Ursachen

Der Abwärtstrend der positiven Wanderungsbilanz ist auf eine Veränderung der Zuzugs- und Fortzugszahlen zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Zuzüge nach Sachsen-Anhalt um 6 Prozent, was einem Rückgang von 3.936 Personen entspricht. Gleichzeitig verzeichnete das Land einen leichten Anstieg der Fortzüge um rund 2 Prozent, was 1.028 zusätzlichen Abwanderern entspricht. Die positive Bilanz setzte sich aus einem Wanderungsgewinn von 7.247 Personen mit ausländischer Nationalität und 672 Personen deutscher Nationalität zusammen.

Regionale Verteilung und Infrastruktur

Fast alle Regionen Sachsen-Anhalts erzielten einen Wanderungsgewinn, wobei es nur eine Ausnahme gab: Der Burgenlandkreis verzeichnete einen Wanderungsverlust von 194 Personen. Den größten regionalen Gewinn erzielte der Landkreis Harz mit 2.442 Personen. Dieser hohe Wert ist maßgeblich auf die dortige Infrastruktur zurückzuführen, da sich in Halberstadt die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes befindet. Weitere starke Gewinner waren die Landeshauptstadt Magdeburg (1.343 Personen), der Landkreis Börde (685) und die kreisfreie Stadt Halle (Saale) (651). In Magdeburg befand sich bis Ende des Berichtsjahres eine Nebenstelle der Landesaufnahmeeinrichtung, die mittlerweile in die Hansestadt Stendal verlegt wurde. Diese Verlegung könnte zukünftige Wanderungsbilanzen der Landeshauptstadt beeinflussen.

Internationale Herkunftsländer

Die Zuwanderung aus dem Ausland trug mit einem positiven Saldo von 8.516 Personen maßgeblich zum Gesamtergebnis bei. Insgesamt wanderten 32.838 Personen aus dem Ausland ein, während 24.322 das Land Richtung Ausland verließen. An der Spitze der Herkunftsländer lag die Ukraine mit 6.454 Zuzügen und 2.494 Fortzügen, was einem Wanderungsgewinn von 3.960 Personen entspricht. Dies unterstreicht, dass die Ukraine weiterhin die wichtigste Quelle für Zuwanderung ist, auch wenn der Rückgang des Gesamtwanderungsgewinns nach dem durch die Ukraine-Krise geprägten Rekordjahr 2022 spürbar ist. Besonders hohe Wanderungsgewinne wurden zudem für Indien (+941) und Syrien (+855) verzeichnet, was auf sich verändernde Fluchtrouten und -ursachen hindeutet.

Statistische Besonderheiten

Ein wichtiger Hinweis für die Interpretation der Daten ist die Änderung der statistischen Methodik. Im Berichtsjahr wurden die Zahlen der Wanderungsstatistik mithilfe der Cell-Key-Methode leicht verändert, um die statistische Geheimhaltung zu wahren. Dadurch bedingt addieren sich die jeweiligen Einzelwerte einer Tabellenzeile oder -spalte nicht notwendigerweise zur ausgewiesenen Gesamtsumme. Dies kann zu Abweichungen führen, die bei direkten Vergleichen mit Vorjahreszahlen berücksichtigt werden müssen. Weitere detaillierte Informationen zum Thema Bevölkerung und Wanderungen finden sich im Internetangebot des Statistischen Landesamtes.