Rostislav Kulikov gewinnt Hauptpreis beim 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis in Dessau.
Rostislav Kulikov aus Halle gewann den Hauptpreis des 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preises Sachsen-Anhalt für seine digitale Kunstplattform „So Sehe Das Ich". Die Preisverleihung fand am vergangenen Freitag im UNESCO-Weltkulturerbe Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau statt, wo Kulturstaatssekretär Sebastian Putz die Auszeichnungen an mehr als 800 teilnehmende Jugendliche überreichte. Neben Kulikov wurden weitere Talente aus Sachsen-Anhalt für Projekte in den Bereichen Musik, Literatur und Theater geehrt, die sich durch innovative Ansätze und gesellschaftliche Relevanz auszeichneten.
Frische Ideen aus Sachsen-Anhalt: Das sind die Gewinner beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis!
Was für eine kreative Power! Unter dem Motto „Mach doch!“ haben mehr als 800 Kids und Jugendliche beim 29. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt bewiesen, wie viel Potenzial im Land steckt. Die Veranstalter, darunter die Staatskanzlei, das Ministerium für Kultur und die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V., suchten auch in diesem Jahr wieder nach den besten Talenten. Am vergangenen Freitag überreichte Kulturstaatssekretär Sebastian Putz die Auszeichnungen im legendären Bauhausgebäude in Dessau-Roßlau.
Der gewählte Veranstaltungsort ist mehr als nur eine Kulisse: Das historische Bauhausgebäude, ein UNESCO-Weltkulturerbe, steht symbolisch für Avantgarde und das Neudenken – Werte, die perfekt zum Motto „Mach doch!“ passen. Hier betonte Putz, wie wichtig die Perspektive der Jugend für die Gesellschaft ist: „Kinder und Jugendliche stellen die Fragen, die uns zum Nachdenken bringen. Darin liegt eine Kreativität, die Sachsen-Anhalt voranbringt.“ Insgesamt wurden drei Hauptpreise, zwei Förderpreise, ein Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury sowie fünf Anerkennungspreise vergeben.
Die Top 3: Digitale Plattform, fiktive Welt und ein Song mit Tiefgang
Den ersten Platz und damit 2.000 Euro Preisgeld sicherte sich Rostislav Kulikov (18) aus Halle. Zusammen mit seinem Team entwickelte er die Plattform „So Sehe Das Ich“. Diese Web-Anwendung ermöglicht es jungen Kunstschaffenden, mit wenigen Klicks eigene Ausstellungen zu organisieren und dabei verstaubte Barrieren im elitären Kunstbetrieb einfach wegzupusten. Die Jury war begeistert von der Idee, partizipative Kunst ohne traditionelle Gatekeeper zu ermöglichen.
Auf den zweiten Platz (1.500 Euro) landete Tamaya Jasmin Martinez Bürger (19) aus Magdeburg mit ihrem Werk „Eine Reise durch Munay“. Sie mixt Texte, Illustrationen und eigene Musik zu einer fiktiven Welt, die so logisch aufgebaut ist, dass sich die Geschichten laut der Künstlerin fast von selbst geschrieben haben. Den dritten Platz (1.000 Euro) belegte Paul Swigulski (17), ebenfalls aus Magdeburg. Sein Song „Junge aus der Stadt“ berührte die Jury, da er einfühlsam von einer prägenden Begegnung erzählt und dazu auffordert, im Alltag genauer hinzusehen.
Applaus für den Nachwuchs: Förder- und Sonderpreise
Auch die Förderpreise wurden mit je 500 Euro dotiert und gingen an zwei starke Projekte. Die Theatergruppe „Drams’n’roses“ vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Sangerhausen brachte mit ihrer Szenencollage „Countdown“ mutig eigene Erfahrungen mit Mobbing und psychischen Belastungen auf die Bühne. Den zweiten Förderpreis erhielt die 15-jährige Magdeburgerin Nina Rohrpasser für ihr beeindruckendes, großformatiges Acrylgemälde „Vertrauen“.
Besonders hervorzuheben ist der Sonderpreis der Kinder- und Jugendjury, der ebenfalls mit 500 Euro bedacht wurde. Er ging an die Kirchengemeinde Pouch für das vierteilige Hörspiel „Sound of water“. Die 11- bis 17-Jährigen haben dafür mit Menschen aus dem Ort gesprochen und dabei sowohl tolle als auch ernste Geschichten über das Leben am Wasser, den Tagebau und Hochwasser im Landkreis Anhalt-Bitterfeld aufgenommen. Damit thematisieren sie ein starkes regionales Thema, das die lokale Geschichte und Gegenwart direkt berührt.
Anerkennung und Ausblick: „Checkst du?“ geht an den Start
Fünf weitere kreative Ideen erhielten jeweils 100 Euro Anerkennungspreis. Dazu zählen Pit Emanuel Becker (13, Magdeburg) mit dem Comic „Go into the GODMODE“, die Jugendredaktion von Radio Corax (Halle) mit dem Audiostück „Berühmt werden oder lieber nicht?“ und Filip Zwanzig mit seinem nachhaltigen LEGO-Stadtprojekt „Halle 2050“. Zudem wurden Johanna Suske und ihre Kinderreporter*innen mit dem „Landsberger Kinder-Podcast“ sowie Nele Flader (Havelberg) für ihr Gemälde „In Gedanken verloren“ ausgezeichnet.
Die nächste Runde des Wettbewerbs läuft ab sofort. Bis zum 1. April 2027 können alle kreativen Köpfe ihre Songs, Filme, Kunstwerke oder Podcasts für den 30. Kinder- und Jugend-Kultur-Preis einreichen. Das neue Motto lautet „Checkst du?“, was die Veranstalter als Einladung verstehen, sich erneut auf kreative Weise einzubringen.