Radfahrer prallt in Potsdam gegen Autotür und wird schwer verletzt
In Potsdam-Großbeerenstraße wurde ein 24-jähriger Radfahrer schwer verletzt, nachdem eine Autofahrerin ihre Tür ohne Blick in den Rückspiegel öffnete. Der Unfall ereignete sich einen Tag vor Beginn einer Sanierung, die genau solche Unfälle verhindern soll
In Potsdam-Großbeerenstraße ist es gestern Mittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, bei dem ein Radfahrer erheblich verletzt wurde. Die Polizei und der Rettungsdienst wurden um 12.39 Uhr zu dem Einsatz gerufen. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, hatte eine 61-jährige Autofahrerin die Fahrertür ihres Fahrzeugs geöffnet, ohne zuvor den rückwärtigen Verkehr ausreichend zu prüfen. Ein 24-jähriger Radfahrer, der auf der Fahrbahn unterwegs war, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte gegen die plötzlich auftauchende Tür.
Der junge Mann verlor daraufhin die Kontrolle über sein Fahrrad, kam zu Fall und erlitt schwere, jedoch nicht lebensbedrohliche Verletzungen. Rettungskräfte versorgten den Verletzten umgehend am Unfallort und brachten ihn wenig später zur weiteren Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus. Beide beteiligten Fahrzeuge blieben fahrbereit, der entstandene Sachschaden wird auf etwa 500 Euro geschätzt. Die Polizei hat den Unfallhergang aufgenommen und Ermittlungen eingeleitet.
Baumaßnahme beginnt am Unfalltag
Der Unfall ereignete sich am ersten Tag einer geplanten, umfangreichen Sanierungsmaßnahme, die genau solche „Dooring“-Unfälle verhindern soll. Die Landeshauptstadt Potsdam hatte die Instandsetzung des 355 Meter langen Abschnitts der Großbeerenstraße für den 13. Juli angesetzt. Ziel der rund 700.000 Euro teuren Baumaßnahme ist es, die Verkehrssicherheit für Radfahrer durch bauliche Veränderungen deutlich zu erhöhen.
Im Zuge der Arbeiten werden sechs Parkplätze geopfert, um Platz für größere Sicherheitsabstände und neue Fahrradabstellanlagen zu schaffen. Die Straße wird ab sofort für sechs Wochen saniert und ist bis voraussichtlich Ende August als Einbahnstraße gesperrt. Die Stadt hofft, dass die Einrichtung von Schutzstreifen und Sicherheitsabständen an den Parkständen künftig das Risiko von Türöffnerunfällen minimiert.
Rechtliche Einordnung und Häufigkeit
Solche Unfälle, bei denen Radfahrer gegen geöffnete Autotüren prallen, gehören statistisch gesehen zu den häufigsten Unfallursachen für Zweiradfahrer im städtischen Bereich. Rechtlich liegt die Verantwortung in der Regel klar bei der Fahrzeugführerin oder dem Fahrzeugführer. Nach § 14 der Straßenverkehrsordnung (StVO) muss vor dem Öffnen einer Tür sichergestellt werden, dass keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Da die 61-jährige Frau diesen Blick in den Rückspiegel unterlassen haben soll, drohen ihr nun nicht nur die Kosten für den Sachschaden, sondern auch mögliche rechtliche Konsequenzen im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen.