Potsdamer Polizei nimmt 24-Jährigen nach Schüssen auf zwei Spätikioske fest
Die Potsdamer Polizei hat einen 24-Jährigen nach Schüssen auf zwei Spätikioske festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung
Nach Schüssen auf zwei Spätikioske in Potsdam innerhalb weniger Tage hat die Polizei einen 24-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann soll laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) in den Nächten zu Montag und Donnerstag auf Fensterscheiben der Gebäude geschossen haben. Die Festnahme erfolgte am Donnerstagabend in Berlin.
Verdacht auf Erpressung mit Waffe
Nach bisherigem Ermittlungsstand besteht der dringende Verdacht, dass die Schüsse der Durchsetzung einer Geldforderung dienten. Die Staatsanwaltschaft hat daher Untersuchungshaft für den 24-Jährigen beantragt, da der Tatvorwurf auf versuchte schwere räuberische Erpressung in zwei Fällen lautet. Der rechtliche Rahmen ist hier besonders streng: Während eine einfache Erpressung bereits unter Androhung von Gewalt begangen wird, qualifiziert sich die Tat als „schwere räuberische Erpressung“, wenn eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug eingesetzt wird. In diesem Fall gelten die Schüsse als Anwendung einer solchen Waffe, was die Strafdrohung deutlich erhöht.
Das zuständige Amtsgericht hat über den Haftantrag bisher noch nicht entschieden. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die Hintergründe der behaupteten Geldforderung aufzuklären.
Sonderkommission „BAO Titan“ im Einsatz
Die Gewalttaten ereigneten sich in einem dicht besiedelten Wohngebiet. In der Nacht zu Montag wurde auf einen Späti in der Nansenstraße in der Brandenburger Vorstadt geschossen. Drei Nächte später fiel das Visier auf einen weiteren Laden in Potsdam-Bornstedt. Nach der ersten Tat wurde umgehend eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) mit dem Namen „Titan“ im Polizeipräsidium Brandenburg eingerichtet.
Solche Sonderkommissionen werden typischerweise bei schweren Gewalt- oder Bandenkriminalitätsfällen gebildet, um Ressourcen zu bündeln und komplexe Ermittlungen voranzutreiben. Zusätzlich hat das Landeskriminalamt Brandenburg die Ermittlungen übernommen, um die Aufklärung mit spezialisiertem Fachwissen zu unterstützen. Die Polizei prüft derzeit auch, ob der in Berlin festgenommene Verdächtige Verbindungen zu dortigen Kriminalitätsnetzwerken hat oder in Potsdam bereits bekannt war.