Potsdam Museum ehrt Revolutionär Max Dortu zu seinem 200. Geburtstag mit Film und Diskussion.
Das Potsdam Museum ehrt den Revolutionär Max Dortu zu seinem 200. Geburtstag mit einer Filmvorführung und anschließender Diskussion. Am 29. Juni zeigt die Einrichtung den 1976 entstandenen DEFA-Film über Dortus Leben und seine Rolle in der Revolution von 1848/49.
Am Montag, den 29. Juni, wäre Max Dortu 200 Jahre alt geworden. Das Potsdam Museum lädt an diesem historischen Datum ab 18 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein, die den revolutionären Geist des 19. Jahrhunderts wieder zum Leben erweckt. Im Mittelpunkt steht die Vorführung des Films „Max Dortu oder Nur die Toten kehren nicht zurück", einer DDR-Produktion aus dem Jahr 1976, die das Leben des Revolutionärs eng mit den Ereignissen der Revolution von 1848/49 verknüpft. Dieser Film gilt als geschätztes historisches Dokument, das von der DEFA-Stiftung als wichtige Zeugenschaft der damaligen Zeitbewegung gewürdigt wird.
Historischer Kontext und Bedeutung
Zur Einführung in die Thematik erläutert der Historiker Dr. Heiner Bröckermann die historische Persönlichkeit Max Dortus sowie die komplexen Hintergründe der Revolution von 1848/49. Dortu, der am 29. Juni 1826 in Potsdam geboren wurde, war ein führender Kopf der demokratischen Bewegung. Er agierte als Redakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung" und nahm als Anführer des Badisch-Pfälzischen Aufstands eine zentrale Rolle ein, wie Wikipedia zu seinem Lebenslauf ausführt. Nach dem Scheitern der Forderungen nach einer deutschen Nationalversammlung und einer Verfassung in Preußen wurde die Revolution blutig niedergeschlagen. Dortu wurde am 31. Juli 1849 in Berlin wegen Hochverrats hingerichtet, ein Ereignis, das auf Grundlage des verschärften preußischen Militärstrafrechts erfolgte und das Ende der revolutionären Phase in Preußen markierte.
Im Anschluss an den Film sprechen Ute Meesmann vom Potsdam Museum und Tobias Büloff von der städtischen Erinnerungskultur über Dortus Bedeutung für die Landeshauptstadt. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die sich seit 2018 aktiv für die demokratische Erinnerungskultur einsetzt, betont die aktuelle Relevanz des Gedenkens: „Mit dem 200. Geburtstag von Max Dortu erinnert die Landeshauptstadt Potsdam an einen bedeutenden Sohn unserer Stadt. Er kämpfte für Freiheit, Demokratie, Toleranz und ein respektvolles Miteinander." Diese Werte prägen auch heute das Fundament der Stadtgesellschaft. Der Stadt Potsdam ist es ein Anliegen, daran zu erinnern, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder neu gelebt und verteidigt werden muss.
Gedenken und Auszeichnungen
Die Veranstaltung im Museum bildet den Auftakt für weitere Termine im Jubiläumsjahr. Am 31. Juli, dem exakten Todestag Dortus, findet ab 17 Uhr ein Gedenken an seinem Geburtshaus statt. Dieses Haus in der Potsdamer Innenstadt ist heute ein wichtiger Gedenkort, der regelmäßig zu Jahrestagen der Revolution bespielt wird. Ergänzt wird die Feier durch eine szenische Lesung mit Texten der 1848er-Revolution im Rokokosaal der heutigen Dortuschule. Die Schule trägt den Namen des Revolutionärs, da sein Geburtshaus sich in unmittelbarer Nähe befand und die Einrichtung eine lange Tradition der Erinnerungspflege hat.
Im Herbst wird zudem erneut der Max-Dortu-Preis für Zivilcourage und gelebte Demokratie verliehen. Dieser Preis wird seit 1999 jährlich von der Stadt Potsdam an Persönlichkeiten und Initiativen vergeben, die sich für demokratische Werte einsetzen. Bisher wurden über 50 Preisträger ausgezeichnet, die sich durch mutiges Handeln und Engagement für die Gesellschaft hervorgetan haben. Weitere Informationen zu den Kriterien und der Geschichte des Max-Dortu-Preises finden sich auf den Seiten der Stadtverwaltung.