Polizei rettet fast 9.000 Hühner vor dem Tod im A2-Stau bei Ziesar
Am 27. Juni 2026 rettete die Polizei auf der A2 zwischen Theeßen und Ziesar fast 9.000 Hühner vor dem Tod in einem kilometerlangen Stau. Nachdem erste Hilfsmaßnahmen auf einer Rastanlage nicht ausreichten, eskortierten mehrere Streifenwagen den Lkw zügig durch die Baustelle, um den Hitzestress für die Tiere zu beenden. Trotz der erfolgreichen Evakuierung verendeten rund 150 Tiere, woraufhin das Veterinäramt rechtliche Schritte gegen den Transporteur einleitete.
Am Freitagnachmittag, dem 27. Juni 2026, kam es auf der A2 zu einem dramatischen Einsatz, bei dem die Polizei einen mit rund 9.000 Hühnern beladenen Lkw durch einen kilometerlangen Stau begleitete. Der Transporter war auf dem Weg von den Niederlanden zu einem Schlachthof in Polen, als er zwischen den Anschlussstellen Theeßen und Ziesar in Fahrtrichtung Berlin in einen Stau geriet, der durch Fahrbahninstandsetzungsarbeiten verursacht worden war. Angesichts der hohen Außentemperaturen alarmierte der Fahrer die Rettungsleitstelle, da er zu Recht befürchtete, dass die Tiere die langanhaltende Wartezeit nicht überleben würden.
Erste Hilfe auf der Rastanlage reichte nicht aus
Zunächst versuchten Feuerwehr und Veterinäramt, den Tiertransport auf der Rastanlage Wüstenforst mit Wasser und Ventilatoren zu versorgen. Diese Maßnahmen erwiesen sich jedoch als unzureichend, um die Tiere bis zum Ende der Staulage ausreichend zu schützen. Die Gefahr eines massenhaften Todes war real, da Hühner bei Temperaturen über 25 Grad Celsius besonders schnell unter Hitzestress leiden. Wie Experten erklären, besitzen diese Tiere keine Schweißdrüsen und können sich nur durch Hecheln kühlen, was bei hoher Luftfeuchtigkeit und Stagnation der Luft innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich wird.
Nach Abstimmung mit dem Veterinäramt entschied die Polizei daraufhin, den Transport unter direkter Begleitung mehrerer Funkstreifenwagen durch den Stau zu führen. Zwei Streifenwagen eskortierten den Lkw bis zur Anschlussstelle Ziesar, während ein dritter Streifenwagen dort den Verkehr regelte, damit der Tiertransport den Staubereich ohne weitere Verzögerungen passieren konnte. Durch diese koordinierte Aktion gelang es, den Transport deutlich schneller aus dem Stau herauszuführen und ein noch größeres Tiersterben zu verhindern.
Rechtliche Konsequenzen nach dem Vorfall
Trotz der erfolgreichen Evakuierung aus dem Stau verendeten rund 150 der insgesamt 9.000 transportierten Hühner. Dieser Verlust deutet darauf hin, dass bereits vor der Einschaltung der Polizei Hitzeschäden eingetreten waren. Das zuständige Veterinäramt leitete anschließend rechtliche Schritte gegen den Verantwortlichen des Tiertransportes sowie weitere Beteiligte ein. Hintergrund ist die EU-Verordnung 1/2005 zum Schutz von Tieren beim Transport, die besagt, dass Transportunternehmen bei Überhitzung oder Stau unverzüglich Maßnahmen ergreifen müssen, um das Wohl der Tiere zu sichern.
Die A2 stellt in diesem Kontext eine der meistbefahrenen Transitstrecken für den Güterverkehr zwischen den Niederlanden und Polen dar, was die Wahrscheinlichkeit von Staus bei Baustellen in diesem Abschnitt erhöht. Wie die Polizei-Beratung in ihren Empfehlungen zur Verkehrssicherheit bei Tiertransporten betont, sind solche Einsätze kritisch, da die gesetzlichen Vorgaben zum Tierschutz schnell überschritten werden können. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist zudem darauf hin, dass Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnungen in der Regel mit Bußgeldern oder sogar Fahrverboten für die Transportunternehmen geahndet werden. Der Vorfall zeigt erneut, wie eng die Grenzen zwischen wirtschaftlichem Transport und tierischem Wohlergehen bei extremen Wetterbedingungen sind.