Lehniner Altar von 1518 im Fokus der Vortragsreihe Bild & Botschaft im Brandenburger Dom
Am 7. Juli rückt der 1518 aus dem Zisterzienserkloster stammende Lehniner Altar im Dom St. Peter und Paul in den Mittelpunkt der Vortragsreihe „Bild & Botschaft“
Der Lehniner Altar aus dem Jahr 1518 steht am Dienstag, dem 7. Juli, im Mittelpunkt der Vortragsreihe „Bild & Botschaft“. Um 18.30 Uhr öffnen die Domkapitel im Dom St. Peter und Paul in Brandenburg an der Havel ihre Türen für ein kostenfreies Publikum. Die beiden Referentinnen – Domherrin und Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen‑Track sowie Katharina Januschewski vom Dommuseum – beleuchten das Werk aus theologischer und kunsthistorischer Sicht.
Historischer Hintergrund
Der Altar wurde 1518 vom letzten Zisterzienserabt Valentin Henneke für das Kloster Lehnin gestiftet. Nach der Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation 1542 gelangte das Kunstwerk nach Berlin. Dort organisierte der Hofmaler Andreas Stolp 1552 den Transport per Schiff nach Brandenburg an der Havel, wo der Altar im Dom St. Peter und Paul wieder zusammengefügt wurde. Seit 1723 befindet er sich im Hochchor und dient seit 1727 als Hauptaltar des Doms. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er durch provisorische Holz‑, Stahl‑ und Steinabdeckungen vor Bombenschäden geschützt. Nach 1991 erfolgte eine umfassende Restaurierung, die das Werk in seinen ursprünglichen Glanz zurückversetzte.
Künstlerische Details
Im Zentrum des Altars steht die gekrönte Maria im Strahlenkranz – ein Symbol für die Herrlichkeit und das göttliche Licht. Sie wird von den Aposteln Petrus und Paulus flankiert. Die beiden Flügel zeigen jeweils ein weiteres Heiligengestalt: Auf der einen Seite Maria Magdalena und der heilige Benedikt, auf der anderen Seite Bernhard von Clairvaux und die heilige Ursula. Das Bildprogramm verbindet biblische Motive mit klösterlichen Patronen und spiegelt die spirituelle Ausrichtung des Zisterzienserordens wider. Der Strahlenkranz um die Jungfrau ist ein typisches Element der spätgotischen Bildsprache und betont ihre Rolle als Mittlerin zwischen Himmel und Erde.
Vortrag und Referenten
Dr. Kerstin Gäfgen‑Track, geboren 1959, ist seit 2003 Oberlandeskirchenrätin im Landeskirchenamt Hannover und seit 2024 Leiterin der Geschäftsstelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Zusätzlich ist sie stellvertretende Domdechantin im Domkapitel Brandenburg. In ihrer Funktion verbindet sie theologische Expertise mit kirchenpolitischer Erfahrung und wird den Altar aus einer geistlichen Perspektive erläutern.
Katharina Januschewski arbeitet als Kunsthistorikerin am Dommuseum Brandenburg. Sie ist Ansprechpartnerin für Führungen zu den Domschätzen und kennt die kunsthistorischen Hintergründe des Altars in- und auswendig. Ihre Analyse wird die ikonografischen Details, die Werkstattzugehörigkeit und die stilistischen Besonderheiten des Altars beleuchten.
Die Vortragsreihe „Bild & Botschaft“ des Dommuseums findet alle zwei Monate statt und widmet sich jeweils einem bedeutenden Kunstwerk des Doms. Bisher wurden unter anderem der Böhmische Altar und der Cranach‑Altar thematisiert.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Der Dom St. Peter und Paul befindet sich am Burghof, 14776 Brandenburg an der Havel. Weitere Informationen erhalten Interessierte vor Ort.