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Jeseriger Obelisk aus 1920 ehrt 24 gefallene Erster‑Welt‑Kriegs‑Soldaten

Im Ortsteil Jeserig steht seit 1920 ein Sandstein‑Obelisk, der die 24 im Ersten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner ehrt

Foto: auf Unsplash

Im Jahr 1920 wurde im Ortsteil Jeserig, der zur Gemeinde Groß Kreutz im Landkreis Potsdam‑Mittelmark gehört, ein Sandstein‑Obelisk errichtet. Das Denkmal ehrt die 24 Soldaten aus Jeserig, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen, und steht unweit der evangelischen Dorfkirche sowie des Pfarrhauses – ein fester Bestandteil des Ortsbildes.

Entstehung und Symbolik

Der Obelisk ist mit den Reliefs eines Eisernen Kreuzes und eines Stahlhelms geschmückt – typische Symbole vieler Kriegerdenkmäler, die in den frühen 1920‑Jahren in Deutschland entstanden. Auf ihm sind die Namen der Gefallenen eingraviert, darunter Max Müller, der als erster genannt wird, sowie Paul Preuss, Otto Neumann und Albert Paul. Paul Preuss und Otto Neumann starben kurz nach dem Waffenstillstand im Jahr 1918; genaue Todesdaten sind nicht dokumentiert. Albert Paul wird im Dezember 1918 verzeichnet. Die Inschriften lauten: „Unseren tapferen Helden des Weltkrieges 1914 – 1918 in Dankbarkeit gewidmet – Gemeinde Jeserig“ sowie „Den Gefallenen zum Gedächtnis – Den Lebenden zur Dankbarkeit – Der Nachwelt zum Gedenken“. Wie in vielen ländlichen Gemeinden fehlt ein Hinweis auf den Zweiten Weltkrieg.

Historischer Kontext

Die Errichtung von Kriegerdenkmälern war in Deutschland unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg weit verbreitet; zwischen 1920 und 1925 entstanden zahlreiche Obelisken, die das Gedenken an die Gefallenen sichern sollten. Das Eisenkreuz und der Stahlhelm dienten dabei als etablierte Symbolik für Tapferkeit und das Kriegserlebnis der Soldaten. Jeserig selbst ist ein Ortsteil der Gemeinde Groß Kreutz mit rund 1 368 Einwohnern (Stand 31.12.2022) und verfügt über weitere historische Bauwerke, etwa die evangelische Dorfkirche und das benachbarte Pfarrhaus, die zusammen ein bedeutendes historisches Ensemble bilden.

Restaurierung und heutiger Zustand

1995 initiierten Kurt Erdmann und Remo Gierke eine Restaurierung des Denkmals. Dabei wurden Verwitterung beseitigt und die Inschriften gesichert, während die ursprüngliche Gestaltung unverändert blieb – ein Vorgehen, das in den 1990er‑Jahren bei vielen Brandenburger Kriegerdenkmälern üblich war. Ein Hinweis auf die Restaurierung befindet sich auf der Rückseite des Denkmals. Das Denkmal ist weiterhin sichtbar und die Inschriften sind lesbar, sodass es das historische Ensemble der Gemeinde ergänzt.