Großräschener Mann verliert 45.000 Euro durch Love Scamming mit angeblichem Paket
Ein Mann aus Großräschen verlor 45.000 Euro an Betrüger, die sich über einen Monat als Frau aus Vancouver ausgaben und Zollgebühren für ein nicht existierendes Paket forderten
Ein Mann aus Großräschen ist in eine raffinierte Masche von Internetbetrügern geraten und hat dabei 45.000 Euro verloren. Die Polizei Brandenburg hat den Fall am Donnerstag zur Anzeige gebracht. Demnach hatte sich der Geschädigte über einen Zeitraum von einem Monat hinweg mit einer Person auf einer Internetplattform unterhalten, die sich als Frau aus Vancouver in Kanada ausgab.
Im Verlauf der Chat-Kommunikation entwickelte sich scheinbar ein Vertrauensverhältnis. Schließlich forderte die betrügerische Gegenpartei Geld für die Freigabe eines angeblichen Pakets, das aus Kanada stammen sollte. Der Großräschener überwies daraufhin die geforderten 45.000 Euro als vermeintliche Zollgebühren. Das versprochene Paket ist jedoch nie angekommen – und laut Polizeiangaben vermutlich auch nie abgeschickt worden.
Bei diesem Vorfall handelt es sich um einen klassischen Fall von sogenanntem „Love Scamming“. Dabei nutzen Betrüger digitale Plattformen, um über einen längeren Zeitraum hinweg emotionale Bindungen zu ihren Opfern aufzubauen. Ziel ist es, durch das geschaffene Vertrauen und die emotionale Abhängigkeit hohe Geldsummen zu erpressen oder zu erschleichen. Die Täter geben sich dabei oft als attraktive Personen im Ausland aus, um die Geschichte glaubwürdig zu machen.
Typischerweise wird im weiteren Verlauf ein Grund für eine dringende Geldüberweisung konstruiert. In diesem Fall diente ein nicht existierendes Paket als Vorwand, um angebliche Zollgebühren zu fordern. Die Polizei Cottbus, die für den Fall zuständig ist, weist darauf hin, dass solche Täter oft sehr geduldig vorgehen und wochenlang kommunizieren, bevor sie nach dem Geld fragen.
Ein zentrales Warnsignal ist, wenn die Gegenpartei nach einer längeren Chat-Phase plötzlich Geld für Zollgebühren, Reisekosten oder medizinische Notfälle fordert. Auch wenn die Kommunikation ausschließlich über digitale Kanäle stattfindet und ein persönliches Treffen stets abgelehnt wird, sollte Misstrauen geweckt werden.
Die Verfolgung solcher Straftaten gestaltet sich oft schwierig, da die Täter häufig im Ausland sitzen. In diesem Fall wurde die Falschperson als aus Vancouver kommend ausgegeben. Solche internationalen Bezüge erschweren die Ermittlungen erheblich, da die Justiz auf internationale Rechtshilfe angewiesen ist, die in vielen Fällen nur langsam oder gar nicht greift.
Der Mann aus Großräschen hat den Betrug nun offiziell angezeigt. Die Polizei prüft derzeit die weiteren Schritte, um die Täter zu identifizieren und das Geld zurückzuverfolgen. Betroffene werden eindringlich gebeten, bei ähnlichen Vorfällen sofort die Polizei zu informieren und keine weiteren Zahlungen zu leisten.