Drei Männer nach Schüssen auf Spandauer Wohnhaus festgenommen und durchsucht

Gut zwei Monate nach Schüssen auf ein Wohnhaus in Berlin-Spandau hat die Polizei drei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, für versuchte räuberische Erpressung und Waffendelikte verantwortlich zu sein

Drei Männer nach Schüssen auf Spandauer Wohnhaus festgenommen und durchsucht
Symbolfoto · Foto: Bayern Lens / Unsplash

Gut zwei Monate nach einer Schusswaffentat auf ein Wohnhaus in Berlin-Spandau hat die Polizei drei Männer festgenommen. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, für versuchte schwere räuberische Erpressung, Wohnungsdiebstähle und Verstöße gegen das Waffengesetz verantwortlich zu sein. Dies teilten die Staatsanwaltschaft und die Berliner Polizei am Donnerstag mit.

Die drei Verdächtigen wurden im Rahmen umfangreicher Durchsuchungen vorläufig festgenommen. Mehr als 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um Beweismittel zu sichern. Dabei wurden unter anderem Mobiltelefone und illegale Drogen beschlagnahmt. Über das Alter der Festgenommenen liegen zunächst keine genauen Angaben vor. Ein Ermittlungsrichter soll nun über die Erlassung von Haftbefehlen entscheiden. Bereits in anderer Sache sitzen zwei weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft.

Einbruch und Schüsse im zeitlichen Zusammenhang

Der Hintergrund der Ermittlungen reicht bis in den April zurück. Damals soll ein Einbruch in das betreffende Wohnhaus in Spandau verübt worden sein. Am 1. Mai dieses Jahres fiel es dann zu Schüssen auf ebendieses Haus. Drei Männer im Alter zwischen 27 und 48 Jahren sollen laut Ermittlern in den Einbruch verwickelt gewesen sein.

Darüber hinaus wird den Verdächtigen eine weitere Straftat zur Last gelegt. Zwei Männer im Alter von 24 und 29 Jahren sollen im Juni versucht haben, ein bisher unbekanntes Opfer mit Waffen zur Zahlung von Geld zu nötigen, auf das sie keinen Anspruch hatten. Die Ermittlungen richten sich gegen eine kriminelle Vereinigung, die für mehrere Erpressungslagen mit Schussabgaben in Berlin verantwortlich gemacht wird.

Spezialisierte Einheiten im Einsatz

Den Durchsuchungsbeschlüssen lagen sechs richterliche Anordnungen zugrunde. Diese wurden von der Sondereinheit Ferrum der Berliner Polizei vollstreckt, die im Auftrag der Ermittlungsgruppe Telum der Staatsanwaltschaft Berlin agierte. Die Namen der Einheiten sind lateinisch: Ferrum bedeutet „Eisen“, Telum steht für „Speer“.

Die Sondereinheit Ferrum wurde bereits 2015 als Reaktion auf steigende Bedrohungen durch organisierte Kriminalität gegründet und untersteht dem Berliner Landeskriminalamt (LKA). Die Ermittlungsgruppe Telum wurde hingegen erst Anfang 2026 speziell zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität und von Gewalttaten gegen Gewerbetreibende eingerichtet. Beide Einheiten arbeiten eng zusammen, um polizeiliche Ermittlungen und staatsanwaltschaftliche Verfolgung bei Fällen von organisierter Waffengewalt zu bündeln.

Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel und Generalstaatsanwältin Ingrid Jaeger haben die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz in diesem Bereich als entscheidend für den Erfolg hervorgehoben. Der Einsatz markiert einen weiteren Schritt im Kampf gegen die organisierte Schusswaffenkriminalität in der Hauptstadt. Bei vergleichbaren Großrazzien im Frühjahr 2026 waren bereits bis zu 570 Einsatzkräfte und 28 Durchsuchungsorte mobilisiert worden, was die Intensität der aktuellen Ermittlungen unterstreicht.