Brandenburg an der Havel hisst Flagge für Abrüstung zum 30. Jahrestag des IGH-Gutachtens

Brandenburg an der Havel beteiligt sich am 8. Juli am weltweiten Flaggentag für nukleare Abrüstung, den Oberbürgermeister Daniel Keip als Bekenntnis zur Völkerrechtskonformität unterstreicht

Ein Gedenken an das Völkerrechtsgutachten

Am heutigen Mittwoch, dem 8. Juli 2026, weht vor dem Rathaus in Brandenburg an der Havel eine besondere Flagge. Die Stadt beteiligt sich damit am jährlichen Aktionstag des internationalen Netzwerks „Mayors for Peace“. An diesem Datum hissen Mitgliedsstädte weltweit die Flagge, um an ein wegweisendes Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag zu erinnern. Vor genau 30 Jahren, am 8. Juli 1996, stellte das höchste Gericht der Vereinten Nationen fest, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Zugleich forderte das Gutachten die Staaten auf, ernsthaft über eine vollständige nukleare Abrüstung unter internationaler Kontrolle zu verhandeln.

Ein Netzwerk mit Wurzeln in Hiroshima

Die Initiative geht auf das Jahr 1982 zurück, als Takeshi Araki, der damalige Bürgermeister von Hiroshima, das Netzwerk gründete. Die Gründung war eine direkte Reaktion auf die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945. Überlebende dieser Katastrophe, bekannt als Hibakusha, warnen bis heute eindringlich vor den Folgen eines erneuten Atomwaffeneinsatzes. Aus dieser lokalen Bewegung ist eine globale Allianz entstanden. Dem Netzwerk gehören heute fast 8.600 Städte in 166 Ländern an. In Deutschland sind rund 900 Kommunen Mitglied, darunter neben Brandenburg an der Havel auch Städte wie Karlsruhe und Bad Vilbel, die sich ebenfalls an diesem Mittwoch am Flaggentag beteiligen.

Das Engagement der Stadt

Oberbürgermeister Daniel Keip, der seit März 2026 das Amt innehat, unterstreicht mit dem Hissen der Flagge das klare Bekenntnis der Stadt zu nuklearer Abrüstung. Der gebürtige Brandenburger aus der Walzwerksiedlung, der zuvor als Stadtverordnetenvorsteher und Polizeibeamter tätig war, sieht in der Mitgliedschaft eine wichtige Verpflichtung.

„Atomwaffen schaffen keine Sicherheit, sondern gefährden die gesamte Menschheit. Im Rahmen von Mayors for Peace setzen wir uns gemeinsam mit Tausenden Städten weltweit für die Abschaffung von Atomwaffen ein“, erklärt Keip.

Mit der Teilnahme am Flaggentag schließt sich Brandenburg an der Havel einer breiten Bewegung an, die die völkerrechtliche Klarheit von 1996 nicht in Vergessenheit geraten lassen will. Der Aktionstag dient dabei nicht nur der Erinnerung, sondern auch der fortwährenden Forderung nach einer weltweiten Entwaffnung.